Reisen mit der Insulinpumpe

Egal wohin die Reise geht – eine gute Planung für den Urlaub ist für Personen mit Diabetes das A und O. Bereits zwei Wochen vor Reiseantritt sollten anhand einer Checkliste die notwendigen Utensilien zusammengestellt werden. Vor allem Pumpenträger haben einiges zu beachten.

Wer sich vorab ausführlich über sein Reiseziel informiert, kann entspannt losfahren. Besonders bei Fahrten in ferne Länder sollte bekannt sein, wie das Klima dort ist, welche Impfungen erforderlich sind und wie es um die medizinische Versorgung vor Ort bestellt ist. Zudem ist es hilfreich, die im Reiseland übliche Bezeichnung für das Insulin beim Hersteller zu erfragen. Ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt kann noch offene Fragen klären. Dieser sollte eine Bescheinigung über die Notwendigkeit des Mitführens der Insulinpumpe und des Zubehörs ausstellen – im Idealfall in englischer bzw. in der Landessprache des Reiselandes. So können Probleme beim Zoll vermieden werden.

Eine gute Planung ist die halbe Miete

Ob Insulin, Blut- und Harnzuckerteststreifen, Traubenzucker oder Katheter – alle notwendigen Utensilien sollten nach Möglichkeit in doppelter Ausführung eingepackt werden, falls unterwegs etwas verloren gehen sollte. Im Idealfall können Vorräte auf mehrere Personen verteilt werden. Auch die Gebrauchsanweisung für die Insulinpumpe sollte nicht fehlen, ebenso wie ausreichend Batterien für Pumpe und Messgeräte, Desinfektionsmittel, Klebematerial und Reservoir. Um auf eventuelle Pumpenausfälle vorbereitet zu sein, gehören Einwegspritzen zur Ausstattung. Hilfreich ist zudem das Mitführen einer BE-Tabelle.


Insulin richtig aufbewahren

Da Insulin auf Hitze und Kälte empfindlich reagiert, muss dieses an einem gut temperierten Ort gelagert werden. Temperaturen über 40 Grad bzw. unter 2 Grad zerstören die Substanz.
Für den Transport eigenen sich Thermostaschen. Das Insulin ist dort – in einem Tuch eingewickelt – hervorragend gegen besonders hohe oder niedrige Temperaturen geschützt. Im Handel sind zudem spezielle Taschen für das Pumpenzubehör erhältlich. Insulin gehört grundsätzlich ins Handgepäck.
Zur Aufbewahrung am Reiseziel kann ein gut verpackter Vorrat beispielsweise in der Minibar des Hotels verstaut werden, allerdings darf in keinem Fall Kontakt zur Rückwand oder zum Tiefkühlbereich bestehen. Zum Schutz kann die Pumpe unter der Kleidung getragen werden.


Unterschiedliche Zeitzonen beachten

Der basale Insulinbedarf kann tagsüber sehr schwanken. Wer über den Tag verteilt keine konstante Basalrate zu sich nimmt, muss eine eventuelle Zeitverschiebung beachten: Bei Flügen von Osten nach Westen verlängert sich die Reisedauer, in entgegengesetzter Richtung wird sie verkürzt. Da sich der Stoffwechsel erst nach vier bis fünf Tagen an die Zeitverschiebung anpasst, sind regelmäßige, auch nächtliche Kontrollen sehr wichtig.
Es empfiehlt sich, die Pumpe erst am Zielort auf die neue Ortszeit umzustellen. Bei sehr großen Zeitunterschieden über vier Stunden kann die Umstellung auch schrittweise erfolgen, indem die Zeit täglich um ein oder zwei Stunden herangeführt wird.

Krankheit auf Reisen

Unverhofft kommt oft – gerade in fernen Ländern mit exotischen Speisen kann es passieren, dass der Körper schlappmacht. Daher gehört eine gut ausgestattete Reiseapotheke auf jeden Fall in den Koffer.
Gerade bei Durchfallerkrankungen muss mit einem hohen Flüssigkeits- und Salzverlust gerechnet werden, welcher unbedingt durch schwarzen Tee oder Mineralwasser ausgeglichen werden muss. Verstärkte Kontrollen von Blutzucker und Urin sind nötig. Auch wenn nur wenig Nahrung zugeführt bzw. behalten wird, sollte in keinem Fall die Insulinzufuhr reduziert werden. Im Zweifelsfall gilt: Lieber einen Arzt zu Rate ziehen!
Wer einen Diabetikerausweis mit sich trägt, wird auch in fremdsprachigen Ländern schnell versorgt. Wer ganz auf Nummer sichergehen möchte, kann beim Deutschen Diabetiker Bund zusätzlich einen Diabetiker-Reisepass beantragen. Wichtige Telefonnummern mit Ansprechpartnern helfen dabei, sich rasch Hilfe zu holen. Vor Abschluss einer Reiseversicherung sollte in jedem Fall darauf geachtet werden, dass Leistungen für Diabetiker ausdrücklich im Angebot enthalten sind.